
Es gibt Tage, da scheint die Sonne,
und du weißt nicht, warum.
Du bist zufrieden. Du siehst die guten,
schönen Seiten des Lebens.
Die Arbeit geht dir von der Hand.
Alle sind freundlich zu dir.
Du weißt nicht, warum.
Vielleicht hast du gut geschlafen.
Vielleicht hast du einen guten
Menschen gefunden und fühlst dich
verstanden, geborgen.
Du denkst: So soll es bleiben,
dieser Friede, diese tiefe Freude.
Doch auf einmal ist alles anders.
Als ob eine überhelle Sonne die Wolken anzieht -
derart fällt Trauer über dich, unerklärlich.
Dir erscheint alles schwarz. Du meinst,
dass die anderen nichts mehr an dir mögen.
In Belanglosigkeiten suchst du Gründe
um zu nörgeln und zu jammern, um zu
beneiden und anzuklagen.
Du denkst:
So wird es immer weitergehen.
Und du weißt nicht, warum.
Vielleicht bist du müde.
Du weißt es nicht.
Warum muss das so sein?
Weil der Mensch ein Stück Natur ist, mit
Frühlingstagen und Herbsttagen, mit der
Wärme des Sommers und der Kälte des Winters.
Weil der Mensch dem Rhythmus des Meeres folgt:
Ebbe und Flut. Weil unser Dasein eine ständige
Wiederholung von Leben und Sterben ist.
Wenn du begreifst, kannst du wieder weiter machen
mit Mut, voller Vertrauen, denn dann weißt du:
Auf jede Nacht folgt ein neuer Morgen. Wenn du
dazu ja sagst, wenn du das hinnimmst, wirst du
durch dieses Auf und Ab zu immer größerer
Lebenstiefe und Lebensfreude kommen.

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